Wer heute „Welche QM-Software läuft vor Ort und arbeitet mit KI?“ fragt, bekommt die Antwort oft nicht mehr als Trefferliste, sondern als Absatz einer KI. Genannt wird, wer dort als Quelle taucht. Ende September habe ich nachgesehen, ob meine eigene Website eine solche Quelle sein kann. Die kurze Antwort: nein. Die längere steht hier – mit dem, was wir geändert haben, und dem, was wir noch nicht wissen.
Was sieht eine KI-Suche auf einer Website?
Sie liest das HTML, das der Server ausliefert – nicht unbedingt das, was ein Browser nach dem Laden zusammenbaut. Bei uns war das ein Problem. Die Seite war schön: ein 3D-Netz, Reiter für „Über mich“, Blog und Managementsystem. Für eine Maschine war sie aber eine einzige Adresse. Die Reiter hingen an Ankern hinter einem #, die gar nicht beim Server ankommen. Blogbeiträge und Whitepaper kamen erst per JavaScript nach. Im ausgelieferten HTML stand im Blog-Bereich wörtlich ein Satz: „Beiträge werden geladen …“.
Was haben wir gemessen?
Am 30. September habe ich die Seite nach unserer eigenen Prüfanleitung durchgesehen. Die wichtigsten Befunde:
| Befund | Folge für Such- und KI-Systeme |
|---|---|
Ein Thema, eine Adresse? Nein – alles unter / |
Unser Angebot hatte keine Seite, auf die man verweisen kann |
| Blog und Whitepaper nur per JavaScript | Für viele Crawler unsichtbar |
| Jede unbekannte Adresse lieferte „200 OK“ und die Startseite | Kein echter Fehler, unklare Struktur |
Keine robots.txt, keine Sitemap |
Niemand wusste, was es überhaupt gibt |
Vier Adressvarianten (mit und ohne www, http und https) |
Vier Kopien derselben Seite |
Eine Gegenprobe in einer Suchmaschine nach der eigenen Domain ergab null Treffer. Und in Googles KI-Modus nannte die Antwort auf „Welche QMS-Software läuft vor Ort?“ ausschließlich andere Anbieter. Auf unserer Seite kamen die Wörter „QMS“, „QM-Software“ und „vor Ort“ übrigens kein einziges Mal vor – obwohl genau das unser Angebot beschreibt.
Was haben wir umgebaut?
In sieben Arbeitsschritten, jeder mit unabhängiger Prüfung:
- Eine Adresse je Thema. Managementsystem, Über mich und Blog haben eigene Adressen mit eigenem Titel und eigener Überschrift; jeder Beitrag und jedes Whitepaper ebenso.
- Inhalt im HTML. Texte kommen fertig vom Server. Das 3D-Netz und die Animationen bleiben, sie sind nur nicht mehr die Voraussetzung, um etwas zu lesen.
- Echter 404 für Adressen, die es nicht gibt.
robots.txtund eine Sitemap, die aus der Datenbank entsteht: Ein neuer Beitrag steht dort, ohne dass jemand daran denken muss. Heute sind es 15 Adressen.- Eine Hauptadresse. Alle Varianten leiten auf
https://salomon-alessandro.deum – zuerst vorläufig, erst nach einer Prüfung von außen dauerhaft. Eine fehlerhafte dauerhafte Weiterleitung bleibt in den Browsern der Besucher hängen; das wollten wir nicht riskieren. - Beschreibende Daten für Maschinen: wer die Person ist, was der Dienst ist, welche Fragen beantwortet werden.
- Die Wörter der Zielgruppe. Die Seite sagt jetzt, was sie ist: QM-Software nach ISO 9001, vor Ort, mit KI – und präzise, was „vor Ort“ heißt: Die Dokumente liegen beim Betrieb, die KI läuft im Regelfall über ein Abo, auf Wunsch lokal.
Bei der Frage, welche KI-Crawler die Seite lesen dürfen, haben wir uns bewusst für alle entschieden – auch für die, die Inhalte zum Training nutzen. Die Seite ist eine Visitenkarte; sie soll weitergetragen werden.
Was haben wir dabei gelernt?
Zwei Dinge, die ich so nicht erwartet hatte. Erstens: Die Technik ist Voraussetzung, entscheidend sind die Wörter. Eine perfekt erreichbare Seite, die das Suchwort nicht enthält, wird für dieses Suchwort nicht gefunden. Zweitens: Prüfen kann selbst etwas auslösen. Unsere eigene Messreihe war für den Hoster eine auffällige Abrufserie; er hat unsere Adresse kurzzeitig gedrosselt. Seitdem prüfen wir mit Pausen und gegen von außen.
Was wissen wir noch nicht?
Ob es wirkt. Such- und KI-Systeme brauchen Wochen, bis sie Änderungen aufnehmen. Ab November stellen wir dieselben Fragen jeden Monat und halten fest, ob die Seite genannt oder zitiert wird. Das Ergebnis schreibe ich hier hin – auch, wenn es ernüchternd ist.
Häufige Fragen
Was ist GEO? Generative Engine Optimization: Inhalte so aufbauen, dass KI-Suchsysteme sie finden, richtig zuordnen und als Quelle nennen. Vieles davon ist gute alte Suchmaschinenpflege – mit dem Unterschied, dass eine KI ganze Absätze übernimmt statt nur einen Link zu zeigen.
Muss eine Seite ohne JavaScript lesbar sein? Für KI-Suche: Der wichtige Text sollte im ausgelieferten HTML stehen. Animationen dürfen bleiben.
Sollte man KI-Crawler zulassen? Das ist eine Abwägung. Wer gefunden und zitiert werden will, muss gelesen werden dürfen; wer nicht will, dass Texte ins Training fließen, kann Trainings-Crawler gezielt aussperren.
Wie lange hat der Umbau gedauert? Bei uns rund 26 Arbeitsstunden für die Technik – gut drei Arbeitstage, verteilt über eine Woche –, dazu die Texte. Die Prüfung vorher war der kürzeste Teil – und der wichtigste.
Dieser Beitrag ist mit Unterstützung einer KI entstanden; Befunde und Zahlen stammen aus unserer eigenen Prüfung, die Aussagen habe ich geprüft und verantworte sie.